Poker und Medien
Pokerspieler � was sind das für Menschen? Medien, früher waren es vor allem auch Wild-West-Filme, vermitteln das Bild des letzten Endes rücksichtslosen Draufgängers, der mit unbewegter Miene und bei Kenntnis eines Kartenspieles in der Lage ist, Mengen an Geld zu gewinnen und dadurch möglicherweise sogar ein Leben finanzieren zu können. Von Millionengewinnen in Monte Carlo und Australien, in Las Vegas und auch deutschen Casinos ist die Rede. Auch etwas anderes geht aus den Medien zuweilen hervor: Menschen von Rang und Namen müssen Poker spielen können, nicht zuletzt bei bestimmten Pokerturnieren sind Prominente dabei, die man als alltäglich-mittelmäßiger Medienkonsument bisher nicht in diesem Zusammenhang vermutete. Und ein Drittes: Die ständige Warnung steht im Raum, dass alle Online-Spiele generell süchtig machen und somit Pokerspieler, die ihrem Hobby im Internet nachgehen, nicht mehr vollständig zurechnungsfähig seien. Der rücksichtslose prominente Millionengewinner, der online nicht mehr mit dem Spielen aufhören kann?
Poker als Spiel
Alles zu oberflächlich bzw. alles nur dem Schein nach geurteilt. Oder, wie oben: Provokativ-satirisch aufgezählt. In einschlägiger Literatur oder auch von Pokerspielern erfährt man generell anderes, nämlich:
(a) Poker ist Spiel. Das heißt, es ist weder Beruf, noch eine Wissenschaft, noch völlig lebenserfüllend. Spiel heißt auch: Man vollzieht es zweckfrei, das heißt, allein des Spielens willen. Wer gewinnt oder verliert, ist zunächst einmal unerheblich. Verliert man Geld aus seinem Spielebudget, gewinnt man trotzdem: nämlich Spieleerfahrung.
Poker als Kunstfertigkeit
(b) Wie Schach oder Ähnliches, verfügt Poker nicht nur über Regeln, sondern auch über Erfahrungswerte. Das heißt: Der angehende Pokerspieler wird mit einem Volumen an gesellschaftlichem Vorwissen über die Art und Weise konfrontiert, wie Spiele verlaufen sind, welche Entscheidungen sich im Nachhinein als Fehler erwiesen haben und welche Strukturen sich wiederholen. Folglich: Poker zu spielen, hat eine wichtige Vorstufe; nämlich den Erwerb von Theoriewissen. Dieses kann und sollte in mitunter jahrelanger Vorbereitung, nämlich in "Trockenübungen", in eine Handlungskompetenz umgesetzt werden. Selbstverständlich gilt hier wie in vielen anderen Disziplinen: Wer "von Haus aus" talentierter ist als andere, mathematisch, feinmotorisch, mit einem starken Nervenkostüm oder von seiner Auffassungsgabe her schon in der Schulzeit von sich reden machte, der schreitet hier schneller voran, im Vergleich zu manch anderen. Unterschiedliche Menschen haben ebenso unterschiedliche Neigungen zum Poker wie zum Mathematikunterricht. Spielen Sie in Online Casinos Test verschiedene Spiele.
Poker als Glücksspiel
(c) Poker ist ebenfalls ein Glücksspiel. Ohne Betrug, "sauber" gespielt und gemischt, bleibt bei aller Handlungskompetenz stets eine Glückskomponente bestehen. Erzählungen über Pokerspieler, die über Nacht reich wurden, sind möglicherweise wahr, jedoch solche über Lottogewinner sind ebenso wahr. Sicherlich ist es wahrscheinlicher, beim Poker zu gewinnen als beim Lotto, doch beides bleiben Glücksspiele. Das wissen auch Pokerspieler, die es sich aufgrund eines finanziellen Rückhaltes leisten dürfen und können, letzten Endes keinem Beruf nachzugehen, sondern ihr Hobby, Poker zu spielen, extensiv zu verfolgen (dies sind sogenannte Poker-Profis.). Theoretisch könnte auch ein Lottogewinner jede Woche neue Lose kaufen; der Begriff "Profi-Lottospieler" hat sich hier nur nicht etabliert. Somit: Poker ist ein Denksport, welcher an eine Glückskomponente gekoppelt ist. Letzteres reiht das Spiel in all jene ein, deren Ausgang nicht berechenbar ist.
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Poker in Verantwortung
(d) Spielsucht ist durch genetische Komponenten vorkonditioniert. Das heißt: Wer in seiner Familien- bzw. Krankengeschichte ohne Verhaltens- bzw. Suchtstörungen vorgeprägt ist, wird auch bei Online-Poker-Spielen verantwortungsbewusst mit Geld, Zeiteinteilung und seinem sozialen Umfeld umzugehen in der Lage sein. Somit gilt hier: Hobbys kosten generell Geld; auch beim (Online-)Pokerspiel ist hierbei zuerst an die Ausgabenseite zu denken. Diese ist stets in Vereinbarung zu bringen mit dem üblichen Einkommen sowie den restlichen Ausgaben. Wenn sich nun ein Gewinn ergibt, ist dies eine positive Nachricht, jedoch nicht im Voraus berechenbar gewesen. Eine Existenz lässt sich nicht auf die Freizeitbeschäftigung "Poker" aufbauen; hat jedoch ein Pokerspieler bereits durch glückliche Fügungen Hunderttausende an Euros oder gar Millionen gewonnen, bietet diese Voraussetzung die Möglichkeit, auch weiterhin jeder (auch kostspieligen) Freizeitbeschäftigung nachzugehen.
Poker, das langfristige Hobby
Somit lässt sich als Fazit formulieren: Bei ernsthaften und verantwortungsbewussten Pokerspielern handelt es sich um Personen, die sich jahrelang mit der Theorie des Spiels beschäftigt haben, genug Budget haben, um (auch online) in die notwendigen Einsätze investieren zu können und diese auch bereit sind, als Verluste "abzuschreiben". Auf einer zweiten Ebene (nämlich was den Turniersport betrifft) handelt es sich um Personen, die (durch vorherige Pokergewinne) vermögend sind und die sich mit der entsprechend inneren Ruhe (die völlig automatisch zu einem "Pokerface" führt) an einem gesellschaftlichen Glücksspiel wie Poker beteiligen können. Der Interessierte, der nur ein Pokerbuch liest und sich dann unmittelbar an einem Online-Poker-Spiel mit auch nur geringen Einsätzen beteiligt, liefe Gefahr, seine Ausgabenseite nicht unter Kontrolle zu halten. Jedoch: Viele Portale bieten Übungsgelegenheiten ohne Echtgeld an; viele Pokerbücher bilden detaillierte Pokerspiele ab, die sich in privaten Pokerübungsrunden oder mit Gleichgesinnten zunächst nachspielen lassen, um angehenden Pokerspielern über längere Zeit (Monate, Jahre) eine gewisse Versiertheit vermitteln zu können. Dann jedoch ist sehr vieles möglich, wie man hört, liest und sich auch errechnen kann. Wie der Musiker, der jahrelang übte, wird ebenfalls auch ein Pokerspieler eines Tages auf einer Solobühne seinen Auftritt haben.